Sonderwaffenlager des Sowjet-Flugplatzes Siauliai (Litauen)

Die PRTB mit dem Typ III war ursprünglich mal eine RTB der Luftstreitkräfte und an den Flugplatz angebunden.
Das andere war eine Technische Abteilung eines SA-2 Flugabwehrregiments (später vielleicht eine Brigade) und bekam später eine nukleare Komponente dazu.
 
Die 3653. mobile Reparatur-technische Basis (Garnison "Dalny") wäre in Bedrohungsphasen mit der verdeckten Lieferung von Artilleriegeschossen, Minen, Raketengefechtsköpfen und taktischen Raketen an die entsprechenden Einheiten der allgemeinen 28. Armee zuständig gewesen. In Friedenszeiten war die Basis für die Lagerung und Wartung der nuklearen Munition sowie der Raketenkomplexe "Elbrus", "Oka" und "Totschka" und glaube "Luna" zuständig.


Die Reparatur-technische Basis in Scheludok lagerte hier den zweiten Komplekt nuklearer Munition für das 132. schwere Bomberfliegerregiment aus Tartu.
Ab etwa Anfang der 1960-ger war Scheludok aus Ausweichflugplatz für das 132. schwere Bomberfliegerregiment vorgesehen und da von Scheludok aus der zweite Gegenschlag geflogen werden sollte, wurden auch An- und Abflüge mit der Tu-16 trainiert. Ende der 1960-ger Jahre kam es dabei zu einer Katastrophe mit mehreren Toten.
Wahrscheinlich wurden in den 1970er und möglicherweise 1980er Jahren zudem nukleare Kopfteile für S-75 Feuerabteilungen gelagert.
 
Die 3653. mobile Reparatur-technische Basis (Garnison "Dalny") wäre in Bedrohungsphasen mit der verdeckten Lieferung von Artilleriegeschossen, Minen, Raketengefechtsköpfen und taktischen Raketen an die entsprechenden Einheiten der allgemeinen 28. Armee zuständig gewesen. In Friedenszeiten war die Basis für die Lagerung und Wartung der nuklearen Munition sowie der Raketenkomplexe "Elbrus", "Oka" und "Totschka" und glaube "Luna" zuständig.


Die Reparatur-technische Basis in Scheludok lagerte hier den zweiten Komplekt nuklearer Munition für das 132. schwere Bomberfliegerregiment aus Tartu.
Ab etwa Anfang der 1960-ger war Scheludok aus Ausweichflugplatz für das 132. schwere Bomberfliegerregiment vorgesehen und da von Scheludok aus der zweite Gegenschlag geflogen werden sollte, wurden auch An- und Abflüge mit der Tu-16 trainiert. Ende der 1960-ger Jahre kam es dabei zu einer Katastrophe mit mehreren Toten.
Wahrscheinlich wurden in den 1970er und möglicherweise 1980er Jahren zudem nukleare Kopfteile für S-75 Feuerabteilungen gelagert.
Ein "Flugplatz Scheludok"?

PS: Ich glaube hier ist jetzt was durcheinander gekommen.

PPS: Um Siauliai nicht weiter zu zerfasern gehts nun hier entlang:
 
OT Querulantenbeitrag:
Teilzitat von weiter oben "....wird zur ominösen Grube wörtlich geschrieben, es handele sich um eine Hebebühne ..." und nur weil ihr in eurer Grube keine Hinweise auf eine Hebebühne gefunden habt, ist das für mich persönlich noch nicht entkräftet. Tut mir leid, auch wenn mich das in Zukunft mal ne Runde Erfrischungsgetränke kostet...

riesen Dank für die Bilder der Transportwagen
Grüße
 
OT Querulantenbeitrag:
Teilzitat von weiter oben "....wird zur ominösen Grube wörtlich geschrieben, es handele sich um eine Hebebühne ..." und nur weil ihr in eurer Grube keine Hinweise auf eine Hebebühne gefunden habt, ist das für mich persönlich noch nicht entkräftet. Tut mir leid, auch wenn mich das in Zukunft mal ne Runde Erfrischungsgetränke kostet...

riesen Dank für die Bilder der Transportwagen
Grüße

Habe gestern im www. auch noch was bezüglich deiner Fragen zu Transportwagen und Lagerkammern gefunden. In einem extrem langatmigen, aber sehr informativen Video. (= es war ein etwas anderer Kinoabend).
Das Video beleuchtet die Geschichte von "Novgorod-17", einem der ersten Atombombenlager der UdSSR. Es bleibt für mich unscharf, wann was dort installiert wurde. Erst in den letzen Minuten geht es dann explizit um den Typ III-Bunker... Zu sehen sind im Video also unterschiedliche/ähnliche Bauwerksstrukturen und ihre "Ausfüllung".
Zum Video:
- Transportwagen ab 48:11
- Tormechanismus der Lagerkammern ab 48:35
- Lagerkammerzeichnung ab 50:30
Der Link:
 
Dieses Bild könnte unsere Vermutung, zum Schließen und Öffnen der Tore bestätigen, oder?
Das ist ein schönes Bild, danke.
Ich hoffe dabei dass es nicht direkt mit der finalen Lösung zum Problem verbunden wird.
Zu sehen ist ein Stahlgestell mit Elektromotor oben drauf - damit kann man keine tonnenschwere Tore bewegen, höchstens das Gestell an sich.
 
Erst in den letzen Minuten geht es dann explizit um den Typ III-Bunker...
Was man da sehen kann ist dann doch sehr eindeutig.
Öffnen und schließen zumindest der betonierten Schutztore mit einer Kurbel. Das Gehäuse vom Getriebe ist auch sehr gut zu sehen. Da ist ganz sicher kein Elektromotor drin. Das historische Bild zeigt zwei sowjetische Bären beim kurbeln. Das Stahlgestell bringt die ganze Konstruktion auf Arbeitshöhe.
Während das hermetische Tor sehr gleichmäßig in Bewegung ist sieht man bei Schutztor ein leichtes Ruckeln. Das hat vielleicht mit den Rollen unten zu tun. Diese Konstruktion sehe ich jetzt so zum ersten Mal. In Siauliai und Kedainiai war dieser Bereich zugeschüttet, unter Wasser gesetzt oder nicht zugänglich.
Wie das allerdings alles in weniger von einer Minute passieren soll ist mir schleierhaft.

Wie bereits dargelegt öffnen sich die Zugbrücken der hermetischen Tore offensichtlich mit Stahlseilen via Elektromotor.
Bei den Zugbrücken der Schutztoren hatten wir vor Ort zwar einen Stahlseilrollenmechanismus ausmachen können aber hier bleibt unklar ob dieser von einem Elektromotor oder ebenfalls via Kurbel angetrieben wird. Jedenfalls kam das betreffende Stahlseil über Umlenkrollen aus der Nische mit der Kurbel auf dem Stahlgestell.

Schutztorschienen_Rollen.jpgSchutztorschienen.jpgKurbelhelden.jpgKurbelgehäuse3.jpgKurbelgehäuse2.jpgKurbelgehäuse1.jpg
Quelle:
 
Aufgrund der besseren Ansichten des Kurbelgehäuse nun ein Erläuterung zur These Kurbel.
Das Gehäuse mit der Kurbel an der einen und der Stahlseilrolle an der anderen Seite ist ein klassischer handbetriebener Seilwindenantrieb mit integriertem Hochleistungs-Reduktionsgetriebe – ein rein mechanisches System.
Im Gehäuse gibt es vier Achsen (zwei runde Deckel für die Planetenräder, Eingangsachse links für die Kurbel und ein runder Deckel für die Ausgangsachse rechts zur Seiltrommel) sind typisch für ein reines Stirnrad-/Planetengetriebe. Das Gehäuse ist ein kompaktes Gussstück (Gusseisen/Stahl), das ausschließlich das Getriebe integriert. Die Haken oben deuten an wie schwer das unter Umständen wohl ist. Die Konstruktion ist bewusst so gebaut, dass kein Motor nötig ist – die Kraft kommt allein von der Handkurbel. Die extreme Untersetzung (ca. 1:300–1:600) wandelt die Kurbeldrehung in enormes Drehmoment um, das über das Stahlseil und Umlenkrollen das Tor zieht.
Bei dem kleinen blauen Schalter am Stahlgestell handelt es sich möglichweise um einen Endlagenschalter oder ähnliches.

Beispielhaft:
 
Hallo Büttner,

für was waren allerdings diese Befestigungspunkte am Ende der (offensichtlich nochmal nach außen geführten) Welle mit der Handkurbel ? Ich habs mal in deinem Screenshot markiert.

Grüße Skynet
 

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Hallo Büttner,

für was waren allerdings diese Befestigungspunkte am Ende der (offensichtlich nochmal nach außen geführten) Welle mit der Handkurbel ? Ich habs mal in deinem Screenshot markiert.

Grüße Skynet
Danke für den Hinweis, hatte ich bisher nicht bemerkt. Ja, da war auch noch etwas, neben den von mir gefundenen Befestigungspunkten auf dem Stahlgestell auch anhand der farblichen Veränderungen an der Wand erkennbar. Somit die Rückseite dessen was sich dort befand.
Gleichfalls fällt auch das gebogene Schutzblech auf, identisch zur Vorderseite.
Auf der historischen Aufnahme mit den beiden sowjetischen Kurbelbären ist dort kurioserweise nichts zu sehen. Wurde da etwa später nachgerüstet?
Jetzt gibts zwei Möglichkeiten:
- ein Elektromotor (damit ließe sich angegebene Zeit von unter 1 Minute einhalten)
- die Stahlseilrolle für die Zugbrücke

Bei unserer Vor-Ort-Diskussion zur Seilführung der Zugbrücken war irgendwann der Punkt gekommen wo der Weg nicht mehr nachvollzogen werden konnte.

Hier kann übrigens die Umlenkrolle mit dem Stahlseil für das Schutztor sehen. Oben an das Tor heran und unten durch das Tor drunter durch und über Seilrollen in den Nebenraum zur hier besprochenen Einrichtung. Unklar ist allerdings warum es erst nach oben bis knapp unter die Decke geführt wird um von einem Raum in einen anderen Raum zu wechseln?

Umlenkrolle.jpg
 
Hallo Büttner,

gerade beim Fotos sortieren entdeckt, in den SWL, die angeblich als "Basalt" bezeichnet werden, war eine kleinere Variante des Getriebeblockes für die Öffnungsmechanik der Tore montiert, auf dem Foto ( Brand, 2007) fehlt diesmal die Kurbel, dafür ist der Motor noch da.

Grüße Skynet
 

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    image001.jpg
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fehlt diesmal die Kurbel
Liegt wohl bei mir im Keller, hatte ich damals funktionell restauriert. Diese Kurbel ist aber geradezu winzig im Vergleich zu jener aus dem Typ III.

Auf deinem Foto ist neben dem E-Motor auch die Bezeichnung RM 250 auf dem Gehäuse zu sehen. Offen bleibt nun der Antrieb der Zugbrücken der Schutztore.

Anbei zwei Zeichnungen von damals um den Schleusentrakt (Vordereingang) in seiner Gesamtheit darzustellen, in Reihenfolge wenn man von außen kommt:
1. Blech- oder Holztor (nicht dargestellt, am Übergang Bereich M zu H)
2. Schutztor
3. hermetisches Tor
4. Schutztor
5. hermetisches Tor
6. hermetisches Tor

Die nachträglichen schwarzrunden Markierungen zeigen die Standorte der Konstruktion zum öffnen und schließen der Schutztore. In der Originalzeichnung von 2014 sind die Wartungsluken nicht verzeichnet. Durch die Maßangaben sieht das alles recht chaotisch und extrem unübersichtlich aus.
Unten links kann man auch die zuvor behandelten "Kruit-Kammern" gut erkennen. Es kann sein das sich bei der Vielzahl der Maße Fehler eingeschlichen haben, bspw. die linke Wand vom NEA-Raum (neben dem Personalzugang).

Typ III Schnitt Schleusentrakt.jpgTyp III Draufsicht Schleusentrakt.jpg
 
Nachtrag:

das Getriebe aus Brand ist nach wie vor bestellbar:


Grüße Skynet
 
...
Anbei zwei Zeichnungen von damals um den Schleusentrakt (Vordereingang) in seiner Gesamtheit darzustellen, in Reihenfolge wenn man von außen kommt:
1. Blech- oder Holztor (nicht dargestellt, am Übergang Bereich M zu H)
2. Schutztor
3. hermetisches Tor
4. Schutztor
5. hermetisches Tor
6. hermetisches Tor
...

Da hast du dir ja so richtig Mühe gemacht, allergrößten Respekt!!!

Was ich aus den Zeichnungen nicht ableiten konnte (und selbst nicht vermessen habe): die Breite der Tore. Hast du doch bestimmt auch vermessen. Gemäß Zeichnung irgendwas bei 375 cm, falls die Toreinzeichnungen maßstabsgetreu sind ... Mich interessiert einfach nur die etwaige Randüberlappung der Tore an den Betonwänden beider Seiten.
 
Hallo Christian, berechtigt Frage, ja! Also die hermetischen Tore habe ich weder in Siauliai noch in Kedainiai gesehen - die fehlten schon. Du meinst mit deiner Frage vermutlich die betonierten Schutztore.
Also da wo im Schleusentrakt keine Maße erkennbar sind da hatte ich auch keine erfasst oder erfassen können. Also zumindest die Schutztore betrifft das.
Ja, die Zeichnung ist M 1:100. Ich habe wohl eine minimale Randüberlappung angenommen und bin somit auf diese 3,75 m gekommen.
Es gibt hier die Unklarheit ob die in die Seitenkammern eingefahrenen Schutztore die runden Wartungsluken verdecken oder eben nicht. Ich bin dort nie durchgeklettert, der Lukendeckel war wimre immer verschlossen. Verschlossen weil das Schutztor davor war?
Den Bereich dahinter kenne ich nicht. Mir sind auch keine Fotos von dort bekannt. Man kommt dort vermutlich nur hin wenn man sich oben über das Schutztor drüber quält ... was auch die Steigeisen erklären würde.

Nach wie vor umtreibt mich der Antrieb der Zugbrücken der Schutztore. Bei unseren letzten gemeinsamen Besuch konnte zumindest die Funktion und der Laufweg des betreffenden Stahlseils rekonstruiert werden. Hier zwei Fotos davon. Ich fotografiere vom Standort der Kurbel aus in Richtung des hermetischen Tores - was jetzt hier aber nicht von Relevanz ist. Im Detail die Umlenkung. Gehe ich recht in der Annahme das die linke Rolle das Stahlseil nach unten umlenkt? Auf der anderen Seite gibt es einen ähnlichen Anordnung der Umlenkrollen, dort gehts aber im Winkel von 45 Grad an der Wand lang runter zur Zugbrücke. Ein seitliches Scharnier und auf dem Boden an der Kante des Torschachtes war ja noch vorhanden. Der Torschacht ist dort etwa 1 Meter breit und in die Zugbrücke sind auch noch die Schienen vom Gleis integriert. Das wiegt also ordentlich was.

Zugbrückenseil.jpgZugbrückenseil-Detail.jpg
 
Da ja immer das 1. Tor zu fehlen scheint, hier mal großes Glück gehabt und abgelichtet. Typ III in einen anderen Land. In dieser RTB gabs auch einen Typ II. Ebenfalls nicht zugänglich.
Die Giebelfront hat einen Schmuckaufputz mit Falschfugen erhalten und natürlich auch eine Jahreszahl.
Die Lichtverhältnisse deuten es schon an, Tarnaufbau komplett erhalten.
Oben waren in den Torflügeln mal Fensterscheiben drin. Übermalt.

Typ III Hauptzugang.jpg
 
Hier einer von zwei Schriftzügen an der Wand in dem die Abkürzung WW auftaucht die ich nicht übersetzen kann:

ПЕРЕД РАБОТОЙ
С ДЕТАЛЯМИ ИЗ ВВ
ПРОВЕРЬ ОДЕЖДУ,
НЕ ХРАНИ ПРИ СЕБЕ
З А П Р Е Щ Ё Н Н Ы Е
В Е Щ И !

VOR DER ARBEIT
MIT BAUTEILEN AUS WW
ÜBERPRÜFE DIE KLEIDUNG,
BEWAHRE NICHT BEI DIR AUF
VERBOTENE
GEGENSTÄNDE!
ВВ steht sehr vermutlich für "взрывчатые вещества", also ugs. Explosivstoffe.
 
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