Büttner
Well-known member
Letzte Woche gabs eine Entgleisung mit einer Straßenbahn in Berlin.
In dem zweiten dazu erschienenen Artikel der Berliner Zeitung ist vom betreffenden Autor nun um einiges deutlicher ein spekulativer Zusammenhang hergestellt worden zu einem MfS-Objekt in der Wartenberger Straße 40. Diese Adresse wird im Artikel nicht genannt.
Ich zitiere das hier mal vollständig:
www.berliner-zeitung.de
In dem zweiten dazu erschienenen Artikel der Berliner Zeitung ist vom betreffenden Autor nun um einiges deutlicher ein spekulativer Zusammenhang hergestellt worden zu einem MfS-Objekt in der Wartenberger Straße 40. Diese Adresse wird im Artikel nicht genannt.
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Straßenbahn-Unfall in Hohenschönhausen: Führt die Spur in die DDR zur Stasi?
Die Straßenbahn sprang in einer scharfen Kurve aus den Schienen. BVG-Insider erklären, warum die Streckenführung in dem Bereich so ungewöhnlich ist.
Nahverkehr
Tram-Unfall in Hohenschönhausen: Führt die Spur in die DDR zur Stasi?
Die Straßenbahn sprang in einer scharfen Kurve aus den Schienen. BVG-Insider erklären, warum die Streckenführung in dem Bereich so ungewöhnlich ist.
Peter Neumann
05.06.2026, 16:27 Uhr
Die Bauleute waren schneller als erwartet. Nach dem schweren Straßenbahnunfall in Neu-Hohenschönhausen ist die Strecke am Donnerstag um 20.48 Uhr wieder freigegeben worden. Die Linien M5 und M17 werden wieder durchgehend befahren. Weiterhin spricht viel dafür, dass die Unglücks-Bahn zu schnell unterwegs war. Aber warum war die Schienenkurve, auf der sie entgleiste, eigentlich so eng?
Die kürzeste Route würde durch die Kleingartenanlage „Land in Sonne“ verlaufen. Doch die Trasse führt um sie herum. An der nordöstlichen Ecke des Geländes biegen die Gleise fast rechtwinklig zur Haltestelle Arnimstraße am Röttkenring ab. Auffällig auch: In der Wartenberger Straße liegen die Schienen nicht auf der Fahrbahn, sondern daneben.
Die Streckenführung bedeutet nicht nur einen Umweg. An der scharfen Kurve müssen die Bahnen gebremst werden. Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) berichten, dass dort seit der Eröffnung der Strecke vor rund 41 Jahren eine Geschwindigkeitsbeschränkung gilt.
Unglück auf der Linie M17: Strecke wurde 1984 eröffnet
Aktuell wird Tempo 10 damit begründet, dass der Verschleiß an den Schienen gemindert werden soll. Zumindest zu Beginn spielten aber auch Sicherheitsgründe eine Rolle. Um Unfälle zu vermeiden, soll die Geschwindigkeit gedrosselt werden. Eines ist klar: Die Bahn 9021, die am 2. Juni gegen 9.40 Uhr entgleiste, war zu schnell unterwegs.
Aber warum gibt es diesen neuralgischen Punkt überhaupt? BVG-Beschäftigte, mit denen die Berliner Zeitung Kontakt hat, erinnern sich an DDR-Zeiten. Damals, genauer gesagt am 21. Dezember 1984, wurde der betroffene Streckenabschnitt im Nordosten von Berlin eröffnet. Damals verliefen dort die Linien 63, 63E, 70 und 113 zur Zingster Straße.
„Ich kann mich daran erinnern, dass geplant war, die Strecke durch die Kleingartenanlage zu führen“, sagt ein Gesprächspartner. Doch das sei auf Kritik gestoßen. „Unter anderem hieß es, dass dort SED-Parteigrößen Lauben haben“, berichtet er. Schon damals sei Kollegen bei den Verkehrsbetrieben die ungewöhnliche Streckenführung aufgefallen: „Das wurde aber offiziell nie thematisiert.“
Ein ehemaliger Straßenbahner äußert sich bei X (ehemals Twitter) unter dem Namen „Berlinerspargel“. Normalerweise sollte die Trasse auf der jetzigen Wartenberger Straße verlaufen, schreibt er. „Doch mehrere Gebäude an der Wartenberger Straße waren von der Stasi belegt. Diese wiederum gestattete keine Gleise in unmittelbarer Nähe.“
Um das Straßenbahnprojekt trotzdem verwirklichen zu können, wurde schließlich ein Streifen Kleingärten westlich der Wartenberger Straße abgeräumt. Somit entstand in Richtung Haltestelle Arnimstraße ein „viel zu enger Radius“, so der frühere BVG-Mitarbeiter. Damals sei es schwer gewesen, Gleiskurven kurzfristig geliefert zu bekommen. Darum wurde diese Kurve aus kleinen geraden Schienenstücken geformt.
Ohne die Stasi „wäre der Streckenverlauf in diesem Bereich ganz anders gestaltet worden“, gibt der frühere Straßenbahner zu bedenken.
Schwerster BVG-Unfall seit langem: 20 Verletzte
Wie berichtet wurden bei dem schwersten Tram-Unfall in Berlin seit langer Zeit am Dienstag drei Menschen schwer und 17 Menschen leicht verletzt. Die siebenteilige Flexity-Straßenbahn, die 2014 von Bombardier (heute Alstom) aus Bautzen geliefert worden war, erlitt große Schäden. Das Fahrzeug wurde an der rechten Seite aufgerissen.
„Anhand des Schadensbildes lässt sich sagen, dass die Bahn schneller als mit Tempo 10 unterwegs war“, erklärt ein Gesprächspartner der Berliner Zeitung. Die Polizei muss bei den Ermittlungen klären, warum das der Fall war. Vielleicht habe der Fahrer (der zu den Verletzten zählt und krankgeschrieben ist) einen Schwächeanfall erlitten. Es ließen sich auch andere Gründe denken: „Aber wir spekulieren nicht.“
Dass mangelhafte Fahrzeugtechnik eine Rolle spielte, schließt der Fachmann aus. Bei der BVG würden die Bahnen gut gewartet, betont er. Selbst wenn ein Bremssystem ausfiele, gäbe es zwei weitere: „Ich gehe nicht davon aus, dass ein technischer Fehler den Unfall verursacht hat.“
Liegt die Ursache im Fahrweg? „In dem Bereich gibt es eine kleine Spurerweiterung“, wird berichtet. Es sei auch so, dass die Gleise dort „etwas älter“ sind. Seit 1984 wurden sie zwar einmal getauscht, es habe aber keine umfassende Sanierung stattgefunden.
Trotzdem gelte der Bereich als unauffällig. BVG-Experten seien sich einig, dass die Kurve auch mit Tempo 15 sicher befahren werden könne. Doch weil Geschwindigkeitsbeschränkungen anfangs nur in Zehnerschritten möglich waren, habe man sich auf zehn Kilometer pro Stunde verständigt. Diese Festsetzung umfasse also eine technische Reserve, die zusätzliche Sicherheit schaffen soll, sagt der Fachmann.
Nach der Reparatur: Straßenbahnstrecke wieder in Betrieb
Immerhin: Die Reparaturen an den Gleisen waren bereits am Donnerstag geschafft, die beschädigte Fahrleitung wurde Donnerstag neu gebaut, sagt eine BVG-Sprecherin. Auf rund 200 Metern wurden Tragseile und Fahrdrähte neu montiert und anschließend so eingestellt, dass alles wieder sicher und zuverlässig läuft.
„Die BVG bedankt sich ausdrücklich bei allen Beteiligten für ihren engagierten Einsatz“, so das Landesunternehmen am Freitag. „Gleichzeitig danken wir unseren Fahrgästen für ihre Geduld und ihr Verständnis während der notwendigen Sperrung.“
